Kompakte Regenwaserzentralen mit integrierter Pumpe und auto- matischer Trinkwassernach- speisung

Eine Regenwasseranlage besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten:
Regenwassersammelleitung
Das in den Dachrinnen gesammelte Regenwasser läuft durch die Fallrohre und wird durch eine Regenwassersammelleitung dem Regenwasserbehälter zugeführt.
Grob- und Feinfilter
Auf allen Bedachungen sammeln sich Schmutz, Staub, organische Rückstände und Luftschadstoffe an, die mit dem Regenwasser in die Regenrinne gespült werden. Bevor das Regenwasser in den Regenwasserbehälter läuft, muss es in einem Grobfilter vorgereinigt werden. Dabei kann der Grobfilter in Form eines Fallrohrfilters schon in den Fallrohren eingebaut werden oder es wird ein Grobfilter im Erdreich vor der Zisterne eingebaut.
Einer gründlichen Filtration vor dem Speicher sollte immer der Vorzug gegeben werden. Nur bei bestehenden Anlagen ist ein der Pumpe vorgeschalteter Feinfilter notwendig. Wurde vor dem Speicher ein geeigneter Filter eingebaut, so sollte man wegen der Verkeimungsgefahr auf weitere Filter verzichten.
Regenwasserbehälter (Zisterne)
Der Regenwasserbehälter dient zum Sammeln des Regenwassers.
Hier sind folgende Punkte zu beachten:
- Die Größe des Regenwasserbehälters ist entsprechend der Dachfläche, der durchschnittlichen Niederschlagsmenge, der Verwendung des Regenwassers und der Personenzahl auszuwählen (Faustformel: 1 m3 pro 25-30 m2 Dachfläche oder pro Person, bei einem 4 Personenhaushalt also
ca. 4-5 m3). Zur Errechnung der Größe eines optimal auf Ihren Bedarf zugeschnittenen Regenwasserbehälters nutzen Sie bitte unser Formular auf Seite 13.
- Oberirdische Behälter und Leitungen müssen lichtundurchlässig sein (Vermeidung von Algenbildung)
-die Temperatur von 18 °C sollte nicht überschritten werden (Absinken des Sauerstoffgehaltes)
- Erdverlegte Regenwasserspeicher bieten viele Vorteile sie können im Garten oder Hof im Erdreich vergraben werden.
- Bei Stahlbetonbehältern sind die Fugen wasserundurchlässig zu vermörteln
- Kunststoffbehälter aus PE, PP und zum Teil aus Recyclinggranulat sind sowohl als Erdbehälter als auch für Behälter zur Aufstellung im Keller gut geeignet
- Bei starken, anhaltenden Niederschlägen und bei geringerer Abnahme des Regenwassers kann der Regenwasserbehälter überlaufen. Daher ist es notwendig, dass Regenwasserbehälter einen Überlauf haben, durch den das Überlaufwasser auf dem Grundstück versickern kann oder durch einen Anschluss an die Kanalisation abfließen kann
- Beim Anschluss an die Kanalisation sollte im Überlauf ein Überlaufsiphon mit Rattenschutz und Rückstausicherung installiert werden
- Um ein Aufwirbeln der Sedimentationsschicht (feiner Schmutz und Staubpartikel) am Boden des Behälters zu verhindern ist eine Einlaufberuhigung erforderlich
- Auch vorhandene, stillgelegte Abwassergruben, Brunnen, Heizöl- oder Gastanks sind nach entsprechender Prüfung, Reinigung und Beschichtung als Zisterne einsetzbar
Wasserentnahmeleitung
Hier gibt es folgende Punkte zu beachten:
- Die Wasserentnahmeleitung sollte an der Saugseite schwimmend ausgeführt sein (passt sich dem jeweiligen Füllstand an) und einen Ansaugfilter haben (keine Feinfilter)
- Für die Saugleitung im Regenwasserbehälter hat sich ein lebensmittelechter Kautschukspiralschlauch mit keimhemmender Beschichtung bewährt
- Die Saugleitung sollte von dem Regenwasserbehälter zur Pumpe möglichst kurz sein und waagerecht oder leicht steigend zur Pumpe verlaufen
RegenwasserManager
Der RegenwasserManager wird im Haus installiert und der Regenspeicher im Erdreich oder Keller eingebaut. Der RegenwasserManager steuert die Anlage und sorgt für Betriebssicherheit. Hier wird das Regenwasser aus dem Speicher angesaugt und zu den Entnahmestellen im Haus gefördert. Zugleich kontrolliert er den Wasserstand in der Zisterne und schaltet automatisch auf Trinkwasserbetrieb um, sobald sich zu wenig Regenwasser im Speicher befindet. Ist dies der Fall, wird bedarfsorientiert und hausintern das Trinkwasser nachgespeist. Somit ist die ständige Wasserversorgung im Haus gewährleistet.
Zuleitung zu den Verbrauchsstellen
Der RegenwasserManager fördert das Regenwasser durch Leitungen zu den einzelnen Entnahmestellen (WC, Waschmaschine, Gartenbewässerung, usw.)
Hier gibt es folgende Punkte zu beachten:
- Da das mineralarme Regenwasser häufig korrosionsfördernd wirkt, sollten Rohre aus Edelstahl oder Kunststoff verwendet werden
- Die Leitungen müssen sich farblich von den Trinkwasserleitungen unterscheiden und beschildert werden
- Zapfhähne sollten mit „Kein Trinkwasser“ beschildert werden und mit einer Kindersicherung versehen sein
- Verbindungen der Regenwasserrohre mit Trinkwasserrohren sind verboten

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